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Aufruf zu einem neuen Bildungsstreik 2011! 11. Oktober 2011

Posted by bildungsstreiksg in Allgemein.
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Hunderttausende junge Menschen gingen in den letzten Jahren gegen die Missstände in unseren Schulen, an den Hochschulen und auf dem Ausbildungsmarkt auf die Straße. Sie bestreikten den Unterricht und besetzten die Hörsäle. Damit setzten sie die Abschaffung der Studiengebühren und der Kopfnoten sowie die Wiedereinführung der Drittelparität für die Schulkonferenzen durch.

Außerdem wird darüber diskutiert, die Hochschulen demokratischer zu gestalten und Bachelor/Master zu überarbeiten. Das zeigt: Wir können etwas erreichen, wenn wir uns gemeinsam für unsere Interessen einsetzen. Jetzt kommt es darauf an, etwas für grundsätzliche Reformen zu tun, denn es gibt noch genug Probleme. Auch der sogenannte „Schulfrieden“ löst diese nicht.

 

Immer noch werden Kinder nach der 4. Klasse aussortiert; Studien- und Ausbildungsplätze sind ein umkämpftes Luxusgut und ständiger Leistungsdruck raubt uns jeden Spaß am Lernen. Repressionen, wie Elektroverbote in der Schule und Zwangsexmatrikulationen in den Hochschulen, sind der Alltag. Indem es uns in Angst vor der Zukunft hält und gegeneinander ausspielt, soll das Bildungssystem vor allem billige und brave Arbeitskräfte heranziehen. Genau die gleichen Mechanismen wirken auf dem Arbeitsmarkt: Hartz 4 und prekäre Arbeitsverhältnisse sichern keine Arbeitsplätze, sie dienen dem Interesse der Unternehmen.

 

VerliererInnen sind nicht nur wir, sondern die Gesellschaft als ganzes. Wie können wir an einer Lösung für so drängende Probleme wie Armut, Wirtschaftskrise, Unterdrückung, Krieg und Klimawandel arbeiten, wenn jedeR von der Schule an nur noch damit beschäftigt sein soll, nicht in der Konkurrenz unterzugehen?

 

Die Konkurrenz um Studien- und Ausbildungsplätze hat sich in diesem Herbst weiter verschlimmert, weil die Wehrpflicht wegfällt und die doppelten Abiturjahrgänge da sind. Die Hochschulen platzen aus allen Nähten und weisen massenhaft BewerberInnen ab, die auf den ohnehin überfüllten Ausbildungsmarkt strömen.

 

Angeblich ist in einem der reichsten Länder der Welt, das für hunderte Milliarden Euro Banken vor sich selbst rettet und Krieg führt, kein Geld da für mehr Studienplätze oder auch nur ein bezahlbares Mittagessen an Schulen.

Gleichzeitig wächst das Vermögen der reichsten 10 % der Bevölkerung (denen über 60% des gesamten Vermögens gehören) jede Sekunde um mehr als 8.100 EUR1. Alle Bildungsausgaben zusammen – von der Kita bis über das Studium hinaus betragen dagegen nur 3.800 EUR pro Sekunde2. Würden also die reichsten zehn Prozent einen Teil ihrer zusätzlichen Gewinne als Steuern abgeben, wären damit alle notwendigen Verbesserungen bezahlbar.

 

In Chile und in Spanien hat sich dieses Jahr eine ganze Generation gegen Bildungsabbau und Perspektivlosigkeit erhoben. Die Politik kann sie nicht mehr ignorieren. Machen wir selbst Geschichte – kämpfen wir gemeinsam für unsere Zukunft, statt uns gegeneinander ausspielen zu lassen!

 

Wir wollen ein ausreichend mit öffentlichen Mitteln finanziertes Bildungssystem, das allen, unabhängig von sozialer Herkunft, Zuwanderungsgeschichte und finanziellen Möglichkeiten gute Arbeit ermöglicht. Bildung und Arbeit müssen jedeN befähigen, kritisch und selbstständig zu denken und kooperativ zu einer demokratischen, gerechten und menschlichen Gesellschaft beizutragen.

 

Raus auf die Straße zur Demo am 17.11.! Wir, SchülerInnen, StudentInnen und Azubis fordern:

 

Bildung und gute Arbeit für alle

  • Eine Schule für alle
  • Studien- und betriebliche Ausbildungsplätze für alle
  • „100% Übernahme“ – Die Auszubildenden nach Beendigung der Lehre in ein Vollzeitarbeitsverhältnis übernehmen
  • gesetzlicher Mindestlohn
  • Abschaffung von prekären Arbeitsverhältnissen, sowie von Zeit- und Leiharbeit

 

Lernen, forschen und arbeiten für persönliche Entfaltung und gesellschaftlichen Fortschritt statt für Profite

  • Lernen braucht Zeit, keinen Leistungsdruck: G8 und Regelstudienzeiten abschaffen
  • Modularisierung des Studiums und credit points abschaffen; Vollstudium (z.B. Master) für alle
  • Bildung für den Frieden: Bundeswehr und Rüstungsindustrie raus aus allen Bildungseinrichtungen
  • Alle Gremien paritätisch besetzen und undemokratische Hochschulräte abschaffen

 

 

Bedarfsdeckende öffentliche Finanzierung statt Kürzungspolitik

  • Abschaffung der Bildungsgebühren von der Kita bis ins hohe Alter; elternunabhängiges BAFöG
  • Mehr LehrerInnen, maximal 20 SchülerInnen pro Klasse
  • gewünschter Kitaplatz für jedes Kind
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Für einen neuen Bildungsstreik! Auch in Solingen! 5. Oktober 2011

Posted by bildungsstreiksg in Alles.
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Egal wo man in den Nachrichten hinschaut, ob nun in Spanien, Griechenland, Italien, Portugal oder England, überall gehen weltweit Jugendliche auf die Straße. Sie bilden den internationalen Widerstand gegen Bildungsabbau und Zukunftskiller. Auf der ganzen Welt macht sich unter den Jugendlichen, denen jegliche Perspektive für ihr späteres Leben genommen wird, Unmut breit. Massive Demonstrationen finden nicht nur in Europa statt, auch in den USA und in Chile gehen immer mehr Jugendliche für ihr Recht auf Bildung auf die Straße.

Während die Verursacher der Weltwirtschaftskrise Milliarden an Rettungspaketen bekommen, wird von den Regierenden darüber nachgedacht, wie und wo sie weiter am Bildungssystem sparen können, um noch mehr Geld für Banken und Konzerne bereitstellen zu können.

 Schon einmal, zwei Jahre zuvor, im Sommer 2009, demonstrierten in über 100 Städten Deutschlands 270.000 Menschen, v.a. Schüler_innen, Studierende, Auszubildende, Erwerbstätige, Erwerbslose und Gewerkschafter_innen, gemeinsam gegen die unzumutbaren Zustände im Bildungssystem. Auch damals gab es auf allen anderen Kontinenten der Welt Bildungsproteste. Schließlich wurden allein in Deutschland im Herbst 2009 über 80 Bildungseinrichtungen besetzt, an einem dezentralen Aktionstag waren über 85.000 Menschen auf der Straße.

 Doch trotz großer Aufmerksamkeit und kleiner Zugeständnisse hat sich nichts geändert – unsere zentralen Forderungen und Ziele wurden nicht erreicht. Im Gegenteil: Das Bildungssystem wird genau wie andere gesellschaftliche Bereiche weiter nach wettbewerbsorientierten Kriterien ausgerichtet und immer stärker ökonomisiert. In unseren Schulen besteht weiterhin Bücher- und Essensgeld, Materialkosten sind immens hoch, für das Ausdrucken von Arbeitsmaterialien wird ebenfalls Geld verlangt und noch immer sitzen wir -trotz einigen neuen Lehrern- in den völlig überfüllten Klassen und Kursen, während die Räume meist nicht einmal eine Belüfungsanlage haben.

 Wir wollen auch in diesem Jahr gegen diese Entwicklung Bildungsproteste organisieren, in denen vielfältige Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen etc.) ihren Platz finden werden. Wir werden nicht weiterhin tatenlos zusehen, wie immer weniger in unsere Bildung investiert wird, uns reichen die schon erkämpften Verbesserungen, wie die Wiedereinführung der Drittelparität, die Abschaffung der Kopfnoten und der Studiengebühren nicht aus!

Um die globale Perspektive zu stärken und eigene Alternativen zum vorherrschenden Bildungssystem zu konkretisieren, rufen wir jede_n Schüler_in, jede_n Studierende_n, jeden Azubi und jede_n Lehrer_in, ja auch DICH dazu auf, dich an den internationalen Protesten gegen Bildungsabbau zu beteiligen. In den kommenden Bildungsstreiks werden wir uns in Aktionen im Rahmen des Bundesweiten und Internationalen Bildungsstreiks in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Debatten einbringen.

 Im November rufen wir zu einer gemeinsamen Aktionszeit und für den 17. November bundesweit zu dezentralen Demonstrationen auf. Wir hoffen darüber hinaus auf gemeinsame koordinierte Aktionen weltweit. Mit immer mehr aktiven Menschen werden wir den Druck erhöhen, um im Bildungssystem etwas zu verändern.

Dem momentanen Zustand im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:

  • Kleinere Klassen und Kurse mit maximal 20 Schüler_innen und 2 Lehrer_innen!
  • Abschaffung aller Bildungsgebühren – Kostenlose Bildung für alle!
  • Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem – Eine Schule für alle!

Ein ganz anderes Lernen und Leben ist möglich – und nötiger denn je!